Firmware verzögert Test des 11n-Routers von D-Link

Aufs Bild klicken, um es zu vergrößernTja, so kann’s gehen: Da wollen wir seit bestimmt zwei Wochen den Test des neuen 11n-WLAN-Routers von D-Link fortsetzen, doch leider macht das Gerät nicht das, was wir wollen. Was ist passiert?

Nun, zunächst haben wir für unsere Testreihen eine Software organisiert, die der werte Kollege Güttich ebenfalls für seine Tests einsetzt. Und siehe da: Keine unserer ersten Tests brachte ein ansatzweise vernünftiges Ergebnis hervor. So kann man bei reinen 11n-Umgebungen mit etwa 70 bis 80 MBit/s Datendurchsatz rechnen, doch nichts von alledem ließ sich produzieren. Selbst mit den abgedrehtesten Einstellungen in iPerf, dem Testtool, nicht.

An der Testumgebung XP-Vista lag es nicht (Bild: Microsoft)Zunächst hatten wir unsere Testumgebung im Verdacht, die wie folgt aussieht: Ein WLAN-Client mit Windows Vista und PC-Card von D-Link (11n-tauglich, natürlich). Der andere Rechner ist ein Tablet-PC von HP mit Windows XP SP2, an dem wir einen 11n-kompatiblen USB-Adapter installiert haben. So weit, so gut.

Doch schon die ersten Tests waren ernüchternd: 20 – 22 MBit/s kamen nur heraus, und das bei kürzestem Abstand zwischen beiden Testrechnern. Das sind 11g-Ergebnisse, aber keine Datenraten, die einem 802.11n-basierten Wireless LAN gut zu Gesicht stünden.

Aufs Bild klicken, um es zu vergrößern...Selbst alle Tricksereien mit iPerf – vor allem die Vergrößerung der TCP Window Size – brachte keinerlei Verbesserungen der Resultate. Dann halt weiter recherchiert. Dabei stellte sich heraus, dass bei Windows Vista an der TCP-Architektur herumgeschraubt wurde. Soll heißen: Die TCP Window Size unter XP wird statisch festgelegt, unter Vista erfolgt dies dynamisch, je nachdem, was die Gegenstelle leisten kann.

Folge (so dachten wir): Der Vista-Rechner bremst den XP-Rechner aus, da für schnelle Datenraten nicht genug Nachschub – sprich Daten – nachgeliefert werden kann. Der Gegenbeweis brachte allerdings etwas anderes zu Tage: Eine einfache Ethernet-basierte Kabelverbindung beider Rechner lieferte die für Fast Ethernet erwartungsgemäßen 80 MBit/s. An der Kombination XP-Vista liegt es also nicht.

Tja, was dann? Wie schon erwähnt, erinnern 20 – 22 Mbit/s eher an ein 11g-WLAN als an eine 11n-Verbindung. Gut, also nachgesehen, ob sich der WLAN-Router von D-Link möglicherweise im sogenannte Kompatibilitätsmodus befindet. Diese Einstellung sorgt dafür, dass sich innerhalb eines gemischten Drahtlosnetzes alle WLAN-Clients problemlos verstehen – egal, ob sie mit 11b-, 11g- oder 11n-Adaptern ausgestattet sind.

Ein Blick in die entsprechenden Wireless-Einstellungen des 11n-Routers brachte die Erkenntnis, dass der DIR-655 in diesem Kompatibilitätsmodus arbeitet. Aber ein reines 11n-Netzwerk ließ sich partout nicht einstellen.

Und was soll ich sagen: Das letzte von mehreren Telefonaten mit D-Link brachte genau dieses Manko zum Vorschein: Die auf unserem Testrouter installierte Firmware 1.02 unterstützt den reinen 11n-Modus nicht. Danke, D-Link… [bg]

Aber, der Kollege Produktmanager (danke, Herr F.) ließ uns heute Abend die neue Firmware-Release 1.03 zukommen, die wir am Montag flugs auf dem DIR-655 installieren und anschließend den Leistungstest wieder aufnehmen werden. Hoffentlich dann mit besseren Ergebnissen…

Published by Michael Hülskötter

Ich bin Blogger, IT-Journalist, (Buch-)Autor, Videotrainer, Content Manager - und das alles in einer Person. Ich gehöre seit 1999 der schreibenden Zunft an, und es macht mir immer noch sehr viel Spaß. Lebe seit 1977 in München und habe drei wundervolle Kinder.

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