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Euro 08: Mobiles DVB-T-Fernsehen am Macbook (Pro)
Wenn man heutzutage über Fernsehen am Computer spricht, meinen viele Leute automatisch DVB-T, also das digitale terrestrische Fernsehen, das bereits seit fünfeinhalb Jahren in dieser Republik ausgestrahlt wird. Gleichzeitig wird seit November 2002 Stück für Stück das analoge Antennenfernsehen abgeschaltet, nachdem ein digitales alternatives TV-Angebot “on air” gegangen ist.
Der Grund, von analog auf digital umzusteigen, ist ein ganz monetärer: Da analoge TV-Signale mehr Bandbreite verschlingen als digitale, lassen sich auf derselben Frequenz mehrere TV-Sender gleichzeitig digital ausstrahlen (derzeit sind es drei bis vier Sender pro Kanal). Und das wiederum erhöht natürlich die Effizienz der Bandbreiten-Ausnutzung.
Dass damit erhebliche Investitionskosten verbunden sind und waren, zeigt sich anhand des Programmangebots vieler DVB-T-Empfangsgebiete: So sind in den Ballungsgebieten wie München, Berlin oder Köln auch private TV-Sender via DVB-T empfangbar. Sobald aber zu wenige Zuschauer erreicht werden können, sind in diesen Gebieten ausschließlich öffentlich-rechtliche Fernsehsender vorhanden. Diese sind nämlich per Gesetz dazu verpflichtet, eine TV-Grundversorgung via DVB-T zu garantieren.
Der Umstieg vom analogen auf das digitale Antennenfernsehen soll übrigens bis Ende dieses Jahres zu etwa 90 Prozent abgeschlossen sein. Ende 2010 wird es dann kein analoges, terrestrisches Fernsehen mehr geben. Zweifellos ist die digitale DVB-T-Technik der analogen überlegen: Die Bilder sind meist besser, der Ton ebenfalls, die TV-Signale lassen sich direkt auf Festplatte aufnehmen und mithilfe der Timeshift-Funktion verpasst man keine einzige Torraum-Szene mehr.
Doch welches Zubehör ist notwendig, wenn man aus dem Mac eine digitale Fernsehstation machen will? Hierfür braucht man…
… einen Mac mit freier USB-Schnittstelle
… einen passenden DVB-T-Stick
… eventuell eine zusätzliche Antenne.
Voraussetzung Nummer eins ist kein wirkliches Problem mehr, da Apple-Rechner mittlerweile erschwinglich sind und alle zwei oder mehr USB-Ports aufweisen. Als sehr DVB-T-tauglich erweist sich das Macbook, da es mobil ist (nicht umsonst wird DVB-T-TV als Überallfernsehen bezeichnet) und aufgrund seines kleinen Bildschirms (13,3 Zoll = rund 34 Zentimeter) eine sehr gute Bildqualität liefert.
Wobei das stark vom jeweiligen TV-Sender abhängt, die eine recht unterschiedliche Auffassung vom Begriff Qualität haben. So senden Privatsender wie Kabel Eins mit einer durchschnittliche Bandbreite von 2 bis 2,5 Mbit/s. ARD und ZDF kommen im Schnitt auf 3 bis 3,5 Mbit/s. Das wirkt sich ganz erheblich auf die TV-Bildqualität aus.
Bei der Wahl des DVB-T-Sticks wird es schon ein wenig komplizierter, wobei auch hier das Angebot überschaubar ist. Derzeit gibt es drei reine Mac-Anbieter von DVB-T-Lösungen: Elgato, Equinux und Miglia. Allerdings haben auch Anbieter wie Terratec, Hauppauge und Pinnacle erkannt, dass sich ihre Zielgruppe auch außerhalb der Windows-Welt aufhält. So findet man vereinzelte Modelle dieser Hersteller wie den Cinergy Hybrid T USB XS FM Mac von Terratec mit der Mac-TV-Software EyeTV.
In Sachen Ausstattung und Funktionsumfang ähneln sich die drei Mac-only-Anbieter Elgato, Equinux und Miglia kaum: Der DVB-T-Adapter kommt vor allem als USB-Stick daher, an den sich entweder die mitgelieferte Stabantenne oder eine aktive Antenne mit eigener Stromversorgung anschließen lässt.
Verstärkte Antennen sind besonders bei ungünstigen Empfangsbedingungen empfehlenswert. So ist der TV-Empfang in Altbauten oft sehr schlecht (selbst im DVB-T-Kerngebiet) oder in den Empfangsrandgebieten. Für einen besseren Empfang bietet Elgato als einziger Mac-Hersteller einen Diversity-Adapter, der das TV-Signal mithilfe zweier Antennen verstärkt und somit Fernsehempfang unter schlechten Bedingungen ermöglicht (zum Beispiel bei Tempo 160).
Elgato und Miglia bieten neben den reinen DVB-T-Emfangsgeräten auch hybride Lösungen an, mit denen sowohl digitale terrestrische TV-Signale als auch analoges Kabelfernsehen empfangen werden kann. Zudem hat Elgato den EyeTV 250 Plus im Programm, mit dem man nicht nur fernsehen kann, sondern die aufgenommene Fernsehbilder per Hardware-Encoder beschleunigt in ein anderes Videoformat wie das Quicktime-taugliche H.264 umwandeln kann. Damit lassen sich die Lieblingssendungen anschließend auf dem iPod oder iPhone ansehen.
Eine Besonderheit bietet Miglia mit seinem TV-Adapter TVBook Pro Express: Wie der Name vermuten lässt, ist der DVB-T-Empfänger für die ExpressCard-Schnittstelle des Macbook Pro konzipiert. Dieser Adapter verschwindet also fast vollständig im Innern des Apple-Notebooks, was die mobile TV-Empfangsstation sehr kompakt macht.
In Sachen Software gehen Elgato und Equinux/Miglia verschiedenen Wege: So nennt sich die TV-Software von Elgato EyeTV, die sehr ausgereift ist und vielfältige Funktionen bietet. Hierzu zählt die digitale Programmzeitschrift EPG (Electronic Program Guide), aber auch die digitale Aufnahme und Wiedergabe am Mac. EyeTV hat sogar eine Videoschnittfunktion an Bord, mit der aus der Aufnahme Werbeblöcke und andere störende Szenen entfernt werden können.
Ein Highlight der EyeTV-Software ist zweifellos die Timeshift-Funktion, mit der sich verpasste Szenen nachträglich ansehen lassen. Timeshifting ist in EyeTV permanent eingeschaltet und liefert in Echtzeit eine Rückschau auf Verpasstes. Eine weitere Besonderheit von EyeTV nennt sich Wifi-Access, mit der sich TV-Aufnahmen in das Videoformat H.264 umwandeln und per drahtloser Verbindung vom Mac auf iPod touch oder iPhone streamen lassen.
Auf der anderen Seite setzen Equinux und Miglia auf The Tube. Diese TV-Software bietet neben den Standardfunktionen wie EPG, Timeshift und Aufnahme einige Features, an denen Elgato derzeit noch herumbastelt. Dazu gehören vor allem TubeTalk, BuddySurfing und Placeshift. Mit TubeTalk können Sie mit anderen Tube-Anwendern während des Fernsehens chatten: Reden Sie sich mit anderen die Köpfe über Ballack & Co. heiß oder lästern Sie über den dicken Hintern von Jennifer Lopez auf MTV.
Aber auch BuddySurfing hat es in sich: Während Sie Ferngucken, können sich andere Tube-Anwender in ihrer Senderliste austoben und remote auf Ihrem Mac von Programm zu Programm zappen. Der echte Knüller von The Tube ist allerdings Placeshift: Mit dieser Funktion können Sie das Livebilde via iChat Theatre auf einen anderen Mac streamen, der somit Fernsehen kann, ohne einen eigenen TV-Adapter am Mac installiert zu haben. Hierzu ist allerdings Mac OS X 10.5 erforderlich.
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Kommentare
[...] an digitales Fernsehen am Mac denkt, dem fällt als erstes wohl Elgato ein, aber auch Equinux dürfte vielen bekannt sein. [...]
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