Drahtlose Erfahrungen mit dem Apple iPhone 3G

Jetzt habe ich es also (auch schon), das Apple iPhone 3G. Ok, ein wenig später als alle anderen, aber so richtig überzeugt bin ich auch noch nicht vom zweiten Apple-Handy.

Das betrifft vor allem die angeblichen Verbesserungen, die das iPhone 3G mitbringt. Das ist zum einen die angeblich so schnelle Funkverbindung mittels HSDPA. Die haut mich wirklich nicht vom Hocker. Entweder gibt es gar kein oder nur sehr labiles UMTS (so wie am vergangenen Samstag auf dem BarCamp München), oder die Ladezeiten der Webseiten sind teilweise so lahm, das mich schon die Geduld verlassen hat und ich mir sehnlichst einen Hotspot herbei gewünscht habe.

A propos: Der Wifi-Chip des iPhone 3G scheint besser zu sein als in dem Vorgängermodell, denn selbst über mehrere Meter hinweg kommt eine vernünftige Drahtlosverbindung zustande, die zudem einigermaßen stabil ist. Das war mit dem iPhone der ersten Generation leider nicht immer so. Könnte an der neuen Plastikrückseite des iPhone 3G zu tun haben, die die Wifi-Antenne des Handys weniger abschirmt.

Ok, zurück zu HSPDA: Was auf jeden Fall hilft, ist in den Einstellungen des iPhone unter Netzbetreiber “T-Mobile 3G” auszuwählen. Damit erspart man sich zumindest das ständige Hin- und Herschalten zwischen UMTS und EDGE. Nachteil an dieser Methode sind natürlich längere Wartezeiten, wenn mal gerade kein HSDPA-Kanal frei ist.

Und GPS? Na ja, die Ortung funktioniert schon ganz gut, aber was nützt mir eine Navigationsmöglichkeit, die keine ist. Und ohne die passende Navisoftware ist der GPS-Chip nur die Hälfte wert. Denn für den ausschließlichen Einsatz mit Social-Media-Anwendungen ist er eigentlich zu schade.

Michael Hülskötter

http://www.mhuelskoetter.de

Ich bin Blogger, IT-Journalist, (Buch-)Autor, Videotrainer, Content Manager - und das alles in einer Person. Ich gehöre seit 1999 der schreibenden Zunft an, und es macht mir immer noch sehr viel Spaß. Lebe seit 1977 in München und habe drei wundervolle Kinder.

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2 thoughts on “Drahtlose Erfahrungen mit dem Apple iPhone 3G
  1. Dagobert_Duck

    Meine Erfahrungen mit dem iPhone 3G:

    Eines vorweg… Das Bedienkonzept, Design, sowie die Integration von aktuellen Technologien in einem Gerät, wie dem iPhone der 2. Generation, ist Apple absolut gelungen. Nicht umsonst gibt es inzwischen genügend Nachbauten aus China, oder namenhaften Firmen wie LG mit dem arena Handy, oder Samsung mit dem Omnia, die auf den Zug mit den „Schups-Icons“ aufgesprungen sind.
    Leider erschließt sich mir nicht ganz der Sinn und Zweck, warum viele Funktionen, die das iPhone technisch umsetzen könnte, von Apple nicht realisiert werden, bzw. zum Teil bewusst unterbunden werden. Hier ein paar Beispiele:

    – für das iPhone gibt es immer noch keine Lösung MMS-Nachrichten verschicken zu können
    – die eingebaute Kamera kann keine Videos aufnehmen
    – bei einem 700,- € (450,- Straßenpreis) teuren iPhone liegen keine entsprechende Kabel oder Adapter dabei um den Videoausgang nutzen zu können. (Nokia und LG haben das)
    – Zwangsfreischaltung nur über iTunes möglich
    – Klingeltöne als mp3-Files werden nicht unterstützt. MP3-Files müssen in iTunes erst konvertiert und geschnitten werden (nicht länger als 30sek.). Die Funktion sucht man allerdings ewig, bis man sie gefunden hat. Anschließend gespeichern, den umständlichen Speicherpfad der Datei suchen, die Datei umbenennen, mit iTunes diese Datei wieder öffnen und dann mit dem iPhone synchronisieren. …geht es noch umständlicher?
    – es gibt nicht die Möglichkeit sich Hotkeys für Funktionen zu erstellen, um z.B. WLAN, Bluetooth, oder GPS mit einem touch ein- oder ausschalten zu können.
    – die Bluetooth-Unterstützung ist „desaströs“. Es können weder Bilder, noch MP3-Files mit anderen Handy-Besitzern ausgetauscht werden. Ein Pairing mit Freisprecheinrichtungen funktioniert zwar, jedoch werden die meisten Funktionen nicht unterstützt (Klingeln der Freisprecheinrichtung mit demselben Klingelton, wie das iPhone, …). Keine saubere bzw. keine Audio-Bluetooth Unterstützung mit Autoradios, obwohl die Hardware im iPhone (Bluetooth 2.0+EDR, Stereo-Audio, …) vorhanden ist. Datenaustausch mit dem Notebook über Bluetooth nicht möglich. Keinen Zugriff auf das Dateisystem bzw. gespeicherten Daten wie Fotos, MP3, Adressen, …
    – das iPhone unterstützt UMTS mit Highspeed-Connect von 3,6 bzw. 7,2 MBit. Die Nutzung dieses iphones als Modem über USB, Bluetooth oder WLAN ist nicht möglich. Wenn man bedenkt, dass die meisten iPhones mit der Datenflat von t-mobile (5GByte/Monat) ausgestattet sind, fragt man sich wie man überhaupt diese flat jemals richtig nutzen will. Mit dem iPhone selbst mit Sicherheit nicht.
    – der Safari-Browser lässt keine Software-Plugins Installationen, wie Java, Flash, … zu. Das speichern von Bildern oder Dateien wie .EXE, .ZIP, .PDF, … sind nicht möglich.
    – das iPhone mit 8 bis 32GB Speicher kann nicht als „USB-Stick“ genutzt werden. Mal eben ein paar Dateien beim Kollegen speichern und mitnehmen ist nicht möglich. MP3s beim Kollegen tauschen ist nur möglich, wenn er sich sein Rechner mit iTunes „zumüllt“
    – das iPhone ist partitioniert. D.h. 500MByte werden für das System, der Rest für Daten reserviert. Wenn man mehr als 20 Anwendungen installiert wird der Systemspeicher schon mal schnell knapp. Systemabstürze sind vorprogrammiert. Eine Verwaltung, bzw. Vergrößerung der Systempartition ist nicht möglich
    – Jedes Programm (APP) wird, wenn es gestartet wird in den Arbeitsspeicher geladen und läuft dann als Prozess. Schließt man dann das Programm wird es nicht aus dem Speicher entladen, sondern bleibt weiterhin als Prozess stehen, obwohl dieser aber nicht im Hintergrund weiterläuft. Ein Neustart des iPhones ist zwischendurch zwingend notwendig, um sein iPhone zu entmüllen.
    – Eine Suche seiner WLAN-Umgebung ist mit dem iPhone zwar möglich, aber eine detaillierte Ausgabe über Kanalnummern, Verschlüsselungsart, Signalstärke, … sind dem iPhone nicht zu entlocken.
    – sogenannte APPs können nur über den APP-Store bezogen und installiert werden. Sobald eine Anwendung es mal in den APP-Store durch Zufall geschafft hat, die mal etwas mehr kann, was Apple nicht in den Kram passt, wird es aus dem APP-Store verbannt. Apple feierte letztens die erste Millarde! APPs-downloads in nur 9 Monaten!!! Ich frage mich wer braucht ein Bierglas, oder eine Wasserwaage, dass sich beim neigen des iPhones bewegt.

    Und da kommen wir zum eigentlichen Thema. Alle „Unzulänglichkeiten“, wie sie oben beschrieben sind, sind schon gelöst!
    Allerdings muss hierfür das iPhone „jailbreaked“ werden. Ein Ausbruch aus dem „Apple-Gefängnis“. Ich kann keinem dazu raten sein iPhone zu hacken, der nicht weiß, was er da tut. Viele Programme sind beta. Ohne hinreichende Kenntnisse – und die Foren sind voll von gut gemeinten Tipps und Tricks – ist die Wahrscheinlichkeit eines Crashs vorprogrammiert. Jetzt können ja viele hier erzählen, wie einfach das doch sei, oder wie erfolgreich sie ihr eigenes iPhone „geöffnet“ haben. Aber seien wir doch mal ehrlich. In meinem Bekanntenkreis gibt es einige, die ein iPhone haben. Als ich sie auf die o.g. Probleme angesprochen habe, kam als Antwort: „Echt, ist mir noch gar nicht aufgefallen.“, oder „ Das habe ich noch gar nicht ausprobiert. Ich habe mich noch nicht so genau damit beschäftigt, aber das müsste doch gehen, oder?“
    Anhand dieser Antworten zeigt sich, dass die Meisten ein iPhone ihr Eigen nennen, weil sie einfach nur Apple-Produkte lieben, was zum vorzeigen brauchen, oder einfach nur denken „nice to have“, weil es gerade angesagt ist. Das bestätigen auch die vielen Lobeshymnen in den vielen Foren auf das iPhone.
    Auch wenn man es nicht glauben mag, ich für meinen Teil bin mit meinem iphone sehr zufrieden. Ich würde mir nur wünschen, dass Apple von sich aus die Funktionalitäten unterstützt, die ich z.Zt. noch unter Ausschluss der Garantie mit viel Aufwand mühselig meinem iPhone beigebracht habe.
    Warten wir’s mal ab, was die Firmware >3.0 und iPhone 4G bringt.

    Heiko