Die vier Schichten der Moblin-Linux-Distribution

Moblin Arch DiagramSchaut man obiges Diagramm an, wird schnell klar, dass Moblin viel mehr ist als nur ein weiteres Linux-Derivat. Moblin bietet nämlich von Top to Buttom die passenden Tools und Schnittstellen, die für angepasste Anwendungen notwendig sind. Angepasste Anwendungen? Moblin ist ja ein Kunstwort aus “Mobile” und “Linux” und wurde speziell für den Einsatz auf tragbaren Geräten wie Netbooks, Nettops, MIDs und auch Smartphones konzipiert (letzteres wird allerdings noch ein wenig auf sich warten lassen).

Aus diesem Grund geht Moblin einen sehr konsequenten und klaren Weg, indem es die Eigenheiten des jeweiligen Gerätetyps möglichst optimal berücksichtigt. Das betrifft vor allem die Größe des Monitors, aber auch die unterschiedlichen Leistungsdaten wie Prozessor- und Speichertakt, Akkulaufzeiten und andere Parameter.

Moblin besteht grundsätzlich aus vier Schichten: Ganz unten befindet sich der Linux-Kern samt der notwendigen Treiber. Darüber treiben die App Services ihr Unwesen. Das sind vor allem die hardware-nahen Dienste für den Wifi- und Bluetooth-Stack, aber auch das Powermanagement lässt sich mit Hilfe der App Services einheitlich und über alle Plattformen hinweg konsistent implementieren.

Über den hardware-nahen App Services liegt Schicht Nummer drei, die so genannten UI Services, also all die Dienste, die mit der Bedieneroberfläche zu tun haben. Moblin unterscheidet im Wesentlichen zwei dieser Dienste: Clutter und Netbook Toolkit (nbtk).

Clutter stellt eine Art Layer dar, der es erlaubt, OpenGL-nahe 2D- und 3D-Objekte zu erstellen, ohne sich mit der komplizierten Syntax von OpenGL beschäftigen zu müssen. Hierfür steht eine komplette Entwicklerumgebung zur Verfügung. Daneben können mit Hilfe des Netbook Toolkit Clutter-basierte Bedieneroberflächen recht schnell und einfach mit vorgefertigten Widgets wie Schaltern und Knöpfen versehen werden. Clutter-Oberflächen funktionieren aber auch ohne nbtk.

Ach ja: Die App und UI Services bilden den so genannten Moblin Core, also das Herzstück der Linux-Distribution. Oberhalb des Cores sitzt dann noch die Bedieneroberfläche, die sich an den speziellen Eigenschaften der jeweiligen Geräteklasse orientiert. Diese vierte Schicht kann also als Ergebnis des dritten Layers betrachtet werden.

Für all die Dienste der zweiten und dritten Schicht (Moblin Core) bietet das Moblin SDK die passenden APIs, mit deren Hilfe die Services innerhalb der eigenen Anwendung mit relativ wenig Aufwand implementiert werden können. Ob das der Drahtlos-Manager ist, die Batterieanzeige oder webbasierte Dienste – das Moblin SDK hält für viele Aufgaben das entsprechende Toolset parat.

Michael Hülskötter

http://www.mhuelskoetter.de

Ich bin Blogger, IT-Journalist, (Buch-)Autor, Videotrainer, Content Manager - und das alles in einer Person. Ich gehöre seit 1999 der schreibenden Zunft an, und es macht mir immer noch sehr viel Spaß. Lebe seit 1977 in München und habe drei wundervolle Kinder.

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