Coda für Web-Entwickler ist da

Soeben hat Panic-Software das neue Web-Entwickler-Tool Coda veröffentlicht. Panic-Software ist vor allem durch das FTP-Programm Transmit und das Icon-Theme-Programm Candy-Bar allen Mac-Usern ein Begriff.

Coda vereinigt diverse, für Web-Entwickler wichtige Funktionen für die Erstellung, Verwaltung und das Aktualisieren von Web-Seiten. Es ist allerdings kein WYSIWYG-Editor. Vielmehr richtet sich das Programm an Entwickler, die ihre Seiten von Hand kodieren. Es vereint die Verwaltung von Sites, einen Editor, FTP-Programm, CSS-Editor, Terminal-Programm und Nachschlagewerk.

Coda Editor

Ich habe das Programm schon kurz ausprobieren können und bin recht angetan davon. Vor allem, weil man endlich alle wichtigen Tools unter einem Dach hat. Schluss mit zig geöffneten Fenstern und Programmen. Statt dessen ist alles Notwendige in einem einzigen Programmfenster in verschiedene Tabs unterteilt.

Die Siteverwaltung ist klasse und elegant gelöst. Jede Site bekommt ein eigenes Icon, welches sogar auf dem originalen Site-Design basiert. Für das Hochladen der Daten gibt es eine FTP-Funktion, die allerdings bei weitem nicht an die Funktionsvielfalt des FTP-Spezialisten Transmit vom gleichen Hersteller heranreicht. Für das Hochladen und Aktualisieren genügt es aber allemal.

Der Editor bietet alles, was sich der Hand-Kodierer wünscht und ist durchaus mit beispielsweise dem Text-Wrangler vergleichbar. Syntax-Unterstützung gibt es für alle wesentlichen Programmier- und Scriptsprachen, also Java, Javascript, PHP-HTML, Ruby, Perl, Python sowie für HTML, CSS, SQL und XML. Schade nur, dass man die Zeilennummerierung umständlich über die Einstellungen aktivieren bzw. deaktivieren muss.

Licht und Schatten gibt es bei der Preview-Funktion. Das größte Problem eines Web-Entwicklers ist schließlich das Testen einer Site mit diversen Rendering-Engines. Dass auf dem Mac lediglich Safari, Firefox und Opera zur Verfügung stehen ist klar. Für das Testen mit dem Internet-Explorer muss weiterhin ein PC oder Windows mit Bootcamp bzw. Parallels bemüht werden. Leider unterstützt Coda lediglich das Apple Web-Toolkit, also die Safari-Engine. Ein Prinzip-bedingter Nachteil für Coda.

Auf der anderen Seite gibt es zwei schöne Funktionen im Preview: Einen toll gemachten DOM-Inspector und eine Javascript-Console für das Debugging von Javascript. Für das schnelle Überprüfen eines Web-Seite ist die Preview optimal. Für den ausführlichen Test müssen dann aber doch Firefox und Internet-Explorer bemüht werden.

Der CSS-Editor bietet auf den ersten Blick keine herausragenden Features, macht aber seine Sache gut. Zwei verschiedene Modi helfen bei der Gestaltung und Bearbeitung des CSS. Zum einen gibt es den Visual-Mode, bei dem man den Style per Maus zusammenklicken kann. In einem weiteren Modus erhält man eine hierarchische Auflistung in der man die Details von Hand bearbeiten kann.

Mit dem Terminal kann man entweder lokal arbeiten oder sich per SSH auf einem entfernten Server einloggen und dort direkt auf der Shell arbeiten. Verglichen mit dem Apple-Terminal bietet er vor allem die Möglichkeit mehrere Shells in Tabs unterbringen zu können oder in einem waagrecht geteilten Fenster anzuordnen. Diese Waagrecht-Teilung funktioniert übrigens in allen Coda-Programmteilen. So hat man bei Bedarf alle Aspekte im Blick.
Bleibt als letztes Feature das Nachschlagewerk. Im Programm integriert sind vier komplette Nachschlagewerke in englischer Sprache zu HTML, CSS, Javascript und PHP. Ausreichend als Referenz, mehr aber auch nicht.

Fazit: Coda ist klasse. Besonders die gut durchdachte und mit allem zeitgemäßen Mac-Schnick-Schnack ausgestattete Benutzeroberfläche hat es mir angetan. Wie gut Coda im Detail ist, werden die nächsten Tage zeigen, wenn ich damit richtig gearbeitet habe. Die Tatsache, dass man hier alle Tools in einem einzigen Programmfenster untergebracht hat, ist eine echte Erleichterung. Der Preis geht mit 79 US-Dollar in Ordnung, wenn es sich auch nicht wirklich um ein Schnäppchen handelt.

rjoerges

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