CeBIT 2008: Expertenrunde diskutiert über 802.11n

Auf der Expertenrunde bei D-Link haben wir den künftigen WLAN-Standard 802.11n diskutiertGestern saß ich auf einer der vielen Expertenrunden, die es hier auf der CeBIT gibt. Unsere wirklich interessante Diskussion am D-Link-Stand handelte vom künftigen Wireless-Standard 802.11n, der Anfang 2009 verabschiedet werden soll und bis dahin eine gesamte Branche unter anderem mit folgenden Fragen beschäftigen wird:

  1. Entsprechen bis dahin verkaufte 11n-Komponenten wie WLAN-Router und Clients tatsächlich dem Standard, wie er vom IEEE-Gremium Anfang nächsten Jahres verabschiedet wird?
  2. Wird es Einschränkungen geben hinsichtlich der angepeilten Geschwindigkeit von 300 MBit/s?
  3. Wer braucht 11n überhaupt und welche Anwendungen bieten sich für diese Funkstandard an?
  4. Ist 802.11n eher etwas für Endanwender oder gar für Unternehmensanwendungen?

Zu erstens kann man feststellen, dass es vor allem um das Thema Abwärtskompatibilität geht. Die einen meinen nämlich, dass 11n etwas ganz Neues ist und sich damit nicht an den vorhandenen Standards 802.11g und 802.11a orientieren muss. Damit wäre übrigens auch zweitens schon fast beantwortet, denn ohne die 11g/11a-Tauglichkeit sind 300 MBit/s durchaus möglich. Die konservative Fraktion der 11n-Befürworter spricht sich hingegen ganz klar für eine Koexistenz bestehender 11g/11a-Netze mit zukünftigen 11n-WLANs aus. Das bedeutet, dass 802.11n sowohl 54 MBit/s (11g/11a) als auch 300 MBit/s unterstützen muss.

Auf der Expertenrunde bei D-Link haben wir den künftigen WLAN-Standard 802.11n diskutiertFrage drei ist auch schnell beantwortet: Vor allem Multimedia-Anwendungen wie HD-Videostreams, aber auch Internetfernsehen und andere bandbreiten-hungrige Applikationen profitieren von 802.11n. Zudem erhöht sich dank der zum Einsatz kommenden MIMO-Antennentechnik die Reichweite ganz erheblich, was vor allem Eigenheim-Besitzer freut, aber auch altbau-geplagte WLAN-Anwender.

Die vierte Frage ist nicht ganz so trivial, aber zunächst geht es eher um den klassischen Endanwender, dem es um mehr Geschwindigkeit und mehr Reichweite geht. IT-Verantwortliche von kleinen und großen Unternehmen sind da eher konservativ und zurückhaltend, wenn es um die Implementierung neuer Techniken geht. Daher wird wohl vor der Verabschiedung des 11n-Standards im Laufe des nächsten Jahres kaum ein Unternehmen auf neue WLAN-Router und -Clients setzen.

Michael Hülskötter

http://www.mhuelskoetter.de

Ich bin Blogger, IT-Journalist, (Buch-)Autor, Videotrainer, Content Manager - und das alles in einer Person. Ich gehöre seit 1999 der schreibenden Zunft an, und es macht mir immer noch sehr viel Spaß. Lebe seit 1977 in München und habe drei wundervolle Kinder.

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