Boomboxen für das iPhone/iPad: Nervtöter oder HiFi-Audiosystem-Ersatz?!

Heute morgen war ich auf einem JBL-Presseevent, auf dem der neueste Spross der Harman-Consumer-Marke vorgestellt wurde. Sein Name: OnBeat Xtreme. Seine Mission: das Verteilen von Klangwellen durch den Raum, und das unter Zuhilfenahme eines iPad (oder iPhone). Wobei der iPad-Ansatz viel interessanter (und schlüssiger) scheint. Aber die alles entscheidende Frage lautet erst einmal: handelt es sich bei diesen Klang-Gadgets eher um Nervtöter oder echte Alternativen zur Stereoanlage?

Nun, schaut man sich das veränderte Musikhörverhalten der Generation S (wie Smarphone) an, fällt auf, dass der Kauf eines Highend-Hifi-Systems gerade für diese Klientel nicht mehr zwangsläufig zur Erstanschaffung gehört. Schließlich kann man seine unmittelbare Umgebung auch mit dem iPhone oder Lumia 800 beschallen. Wenn es dann mal ein wenig mehr an „Bums“, sprich Bassleistung, sein soll, gepaart mit Höhen- und Mittentönen, kommt man um den Kauf eines Soundsystems nicht mehr umhin.

Wer nun aber glaubt, dabei müsse es sich zwangsläufig um eine schicke Audio-Kombi handeln, bestehend aus Lautsprechern, Verstärker und CD-Abspielgerät, der muss sich eines besseren belehren lassen. Denn schon lange wird das „Kommunionsgeld“ (O-Ton Marketingchef JBL Deutschland) nicht mehr in die HiFi-Anlage gesteckt, sondern eher in ein schickes Smartphone samt der passenden Boombox, mit der sich am Docking-Connector das iPhone verbinden lässt. Dabei spielen die Klangeigenschaften der kompakten Soundanlage wohl keine so große Rolle. Hauptsache, es macht Krach.

Anders ist die Vielfalt an iPhone- und iPad-tauglichen Audiosystemen nicht zu erklären, die erhebliche Unterschiede in Sachen Ausstattung, Preis und vor allem Klangqualität aufweisen. So habe ich derzeit drei der unterschiedlichen Vertreter auf meinem Schreibtisch stehen, namentlich von Bose, Bowers & Wilkins und Soundfreaq. Allen drei ist die drahtlose Musikübertragung gemein, sei es per Bluetooth oder Airplay, und alle drei adressieren ein eigenes Segment. So wendet sich der Zeppelin von Bowers & Wilkins eher an den anspruchsvollen Hörer mit einem iPhone, und das zu einem stolzen Preis von rund 600 Euro.

Das Bose Soundlink hingegen klingt zwar auch gut, bietet zwar nicht so viel Volumen wie der Zeppelin, kostet dafür aber auch nur die Hälfte. Außerdem bietet das Bose Audiosystem einen eingebauten Akku, der das Steckdosen-unabhängige Musikhören erlaubt. Und das Soundfreaq SFQ 02 von Microvision ist eher ein Einsteigergerät ist, sowohl beim Preis (unter 200 Euro) als auch beim Klang.

Tja, und irgendwo zwischen Soundlink und Zeppelin reiht sich das neue OnBeat Xtreme ein, was den Preis und die Audioqualität betrifft. Darüber hinaus wartet der neueste JBL-Spross mit ein paar Features auf, die meine kleine Testschar nicht zu bieten hat.

Dazu gehört beispielsweise die fest verbaute iPad-Halterung, die aus dem JBL-Gadget eine Videokonsole macht. Meine Kinder würden es lieben. Aber auch für kleinere Agenturen ist das Teil sicherlich eine Überlegung wert: die aktuelle Kundenpräsentation, die multimedial aufgemotzt ist, kommt auf solch einem Gerät bestimmt gut rüber. Und skypen kann man mit dem Teil auch, da ein Mikrofon in die Vorderseite eingebaut ist.

Soundmäßig konnte das OnBeat Xtreme beim Probehören während des Presseevents auf jeden Fall punkten, und für weitere Hörtests habe ich das Rezensionsexemplar bereits angefordert. Ihr werdet also nichts verpassen, sobald ich das Dingens auf meinem Schreibtisch stehen habe.

Ach ja: Der aktuelle JBL-Slogan nennt sich „Hear the Truth“, und zu diesem Zweck hat die Harman-Tochter die Popgruppe Maroon 5 eingekauft, die derzeit in sämtlichen Werbemaßnahmen von JBL auftaucht. Lustig fand ich ja die Aussage, dass es sich bei der Band um echte Newcomer handelt. Dabei habe ich das legendäre Unplugged-Konzert schon ewig auf meinem Musikserver. Aber das nur so am Rande…