Apple-Keynote: Frisch von der Macworld Expo 2009


Die heutige Apple-Keynote auf der Macworld Expo war bekanntlich die letzte ihrer Art und die erste, die nicht von Steve Jobs, sondern von Apple-Vize Phil Schiller gehalten wurde. Man kommt nicht umhin, sie als enttäuschend zu bezeichnen. Nicht wegen Phil, sondern wegen ihres Inhaltes. Gleich vorweg: Es gab kein iPhone nano und auch keine neuen Mac minis. Nicht einmal neue Displays.

Lediglich ein neues iLife und iWork (inklusive der Ankündigung des Online-Dienstes iWork.com) sowie das an die aktuelle Design-Linie angepasste MacBook Pro 17-Zoll.

Aber vielleicht sind die Apple-Neuvorstellungen auf den zweiten Blick gar nicht so enttäuschend. Fangen wir mit dem 17-Zoll-MacBook Pro an:

Das neue Apple 17-Zoll-MacBook ProEs ist mit rund 2,5 Zentimetern für einen 17-Zöller super dünn, bietet eine Bildschirmauflösung von 1920 x 1200 Bildpunkten und ein Kontrastverhältnis von 700:1. Und das Display spiegelt natürlich, wie bei alle neuen MacBooks. Deshalb gibt es für 50 US-Dollar eine optionale Entspiegelungsfolie.

Wirklich beeindruckend ist aber eine im neuen 17-Zoll-MacBook eingeführte neuartige Akku-Technologie: Der Akku soll rund dreimal so lang halten wie herkömmliche Batterien (1.000 Ladezyklen statt rund 400) und soll dem großen MacBook zu einer Laufzeit von satten acht Stunden verhelfen. Beeindruckend für ein 17-Zoll-Notebook. Erreicht wird das durch ausgeklügelte Elektronik und den Verzicht auf Austauschbarkeit (ich höre schon den Aufschrei der PC-Fanatiker). Allerdings ermöglicht das den Verzicht auf viel Ballast. Der Apple-Akku konnte dadurch 40 Prozent größer gemacht werden als die herkömmlichen Energiespeicher.

Das MacBook Pro mit 17 Zoll-Display wird es lediglich in einer Konfiguration mit 2,66 GHz, 320-GByte-Festplatte und 4 Gbyte Arbeitsspeicher für 2.799 US-Dollar geben. Optional kann die Festplatte gegen eine 256 GByte SSD getauscht werden.

Kommen wir zu iLife 09 und iWork 09. Bei beiden gibt es viel Neues im Detail aber auch jede Menge neuer, interessanter Funktionen. So bietet iLife nun eine Gesichtserkennung und Geo-Tagging. Diese finden sich in neuen Sortierfunktionen wieder. Sprich “Ereignisse” werden um “Places” und “Faces” ergänzt. Außerdem gibt es endlich Unterstützung für Facebook und Flickr.

iMovie 09 bietet ebenfalls viel Neues und nähert sich langsam den von seinem Vor-Vorgänger gewohnten Funktionsumfang wieder an. Bekanntlich handelte es sich beim 09-Vorgänger iMovie 08 um ein vollkommen neues Programm mit zwar eindrucksvollen Features aber verringertem Funktionsumfang. Das beeindruckendste neue Feature ist die Möglichkeit verwackelte Videos zu stabilisieren.

Auch die drei iWork-Programme Pages, Keynote und Numbers bekamen jede Menge neuer Features. Neben neuen Themes und Vorlagen sind das ein Vollbild-Modus und eine Gliederungsfunktion in Pages. Numbers glänzt mit vielen neuen, kleveren Funktionen und Hilfen für die Tabellen-Erstellung und Keynote mit interessanten Transitionen und einem Fernbedienungsprogramm  für das iPhone und den iPod Touch. Darüber hinaus gibt es eine an OLE erinnernde Funktion mit der sich Numbers-Dateien in Pages dynamisch einbinden lassen. Sowohl iLife 09, als auch iWork 09 sollen ab Ende Januar verfügbar sein.

Erwartungsgemäß kündigte Apple außerdem den Online-Dienst iWork.com an, der es erlaubt freigegebene Dokumente online betrachten zu können. Editierfunktionen enthält die Beta allerdings bislang nicht.

Endlich gab es auch wieder ein One-more-thing bei einer Apple-Keynote. Sie betrifft iTunes. Es gibt jetzt ein variables Preismodell (in den USA 0,69, 0,99 und 1,29 US-Dollar als Zugeständnis an die Plattenindustrie), DRM entfällt und sämtliche Titel werden mit 256 KBps codiert. iPhone-Nutzer können außerdem den iTunes-Store auch unterwegs mit 3G nutzen. Bislang ging das lediglich bei vorhandener WLAN-Anbindung.


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