Apple Einsteiger-Notebook MacBook mit Intel Core Duo

Der Nachfolger für das 12- und 14-Zoll-iBook sowie für das 12-Zoll-PowerBook ist da. Es verfügt über einen Intel Core Duo Prozessor mit 1,83 und 2,0 GHz und ein „glänzendes“ 13,3-Zoll Breitband Display. Die Preise beginnen bei 1.079 Euro. Die bisherigen MacBook-Pro-Modelle bekommen schnellere Prozessoren mit 2,0 und 2,16 GHz bei unveränderten Preisen.

MacBookDie Spatzen haben es von den Dächern gepfiffen. Bald wird das neue MacBook, der kleine Bruder der beiden MacBook-Pros kommen. Jetzt ist es so weit. Heute hat Apple ganz offiziell sein Einsteiger-Notebook präsentiert. Es ersetzt sowohl das 12- und 14-Zoll-iBook, als auch das 12-Zoll-PowerBook.

Auffälligste Neuerung sind das neue glänzende 13,3-Zoll-Breitbild-Display sowie die Farbe des Top-Modells mit 2.0 GHz. Nach der Einstellung des PowerBook G3 FireWire mit Codenamen „Pismo“ im Januar 2001, ist es das erste Apple-Notebook, welches es wieder mit schwarzem Gehäuse gibt.

Insgesamt gibt es vom MacBook drei Varianten: Für 1.079 gibt es das weisse MacBook mit 1,83 GHz Prozessor (Intel Dual Core), 60 GByte Festplatte und Combo-Laufwerk (CD-Brenner/DVD-Player). 1.279 Euro kostet das schneller getaktete, ebenfalls weisse MacBook mit 2.0 GHz Prozessor und Superdrive (CD/DVD-Brenner).

Gegen weitere 200 Euro Preisausschlag, also für 1.479 Euro erhält man das Top-Modell mit schwarzem Gehäuse, 2,0 GHz Prozessor, 80 GByte Festplatte und ebenfalls einem Superdrive. Allen Modellen gleich ist die Ausstattung mit 512 MByte Arbeitsspeicher (667 MHz DDR2 SDRAM), der sich auf bis zu zwei GByte erweitern lässt.

Preisvergleich: Apple MacBook

Display
Die restliche Ausstattung ist allen Modellen gleich. Da wäre zunächst einmal das neue 13,3-Zoll Breitband-Display mit 1280 x 800 Bildpunkten Auflösung und einer Helligkeit von 250 cd/m2. Zum Vergleich: Das MacBook Pro bietet sowohl in der 15- als auch 17-Zoll-Variante eine Helligkeit von 300 cd/m2.

Das MacBook-Display ist das erste von Apple verbaute „glänzende“ Display, von Fachleuten auch gerne als Rückspiegel verleumdet. Die Vorteile dieser Display-Technologie sind im Allgemeinen der hohe Kontrast, das satte, tiefe Schwarz und die gute Sichtbarkeit auch bei hellem Umgebungslicht. Dem steht aber eine spiegelnde Oberfläche entgegen, die von vielen als störend betrachtet wird. Wie die Qualität des neuen MacBook-Displays tatsächlich ist, muss abgewartet werden, bis ein Testgerät verfügbar wird. Auf jeden Fall wird das Display für Diskussionsstoff sorgen. Ist es doch ein typisches Feature preiswerter Windows-Notebooks und eigentlich nicht Apple-like.

Grafik
Etwas schwach auf der Brust ist das MacBook von Seiten des Grafik-Prozessors. Der Intel Graphics Media Accelerator 950 hat keinen eigenen Videospeicher, sondern nutzt den Hauptspeicher des Rechners (Shared Memory). Hier hätten wir uns eine solide Grafik-CPU von Nvidia oder ATI gewünscht, die bei Spielen und aufwendigen OpenGL-Grafiken auch in den preiswertesten Varianten mehr leisten würde, als die Intel-Onboard-Lösung.

Ausstattung
Um so erfreulicher ist die restliche Ausstattung. Sie entspricht weitgehend den Spezifikationen der letzten PowerBooks und den aktuellen MacBook-Pro-Modellen:

  • integrierte iSight-Kamera für Videokonferenzen
  • Scrolling Trackpad, das eine dem Scrollrad eriner Maus entsprechende Funktion bietet
  • Gigabit-Ethernet
  • Sudden Motion Sensor für die Festplatte, der bei einem Sturz augenblicklich die Schreib-Lese-Köpfe parkt um gespeicherte Daten zu schützen
  • Mini-DVI-Ausgang, wobei Adapter für DVI, VGA und Composite/S-Video separat gekauft werden müssen
  • 1 x Audio-Eingang, 1 x Audio-Ausgang (optisch digital und analog)
  • WLAN-Anschluß (AirPort Extreme)
  • das schnelle Bluetooth 2.0+EDR, für das es bisher aber kaum Anwendungen gibt
  • 2 x USB 2.0
  • 1 x FireWire 400
  • MagSafe-Stromstecker, der sich beispielsweise beim Stolpern über das Stromkabel sofort löst, ohne dass das NoteBook zu Boden gerissen wird
  • die Multimedia-Anwendung Frontrow inklusive Apple Remote Fernbedienung
  • die komplette iLive 06 Software-Suite, sowie Photo Booth als Anwendung für die integrierte iSight-Kamera
  • und natürlich Mac OS X 10.4 Tiger

Fazit
Was also ist vom neuen MacBook zu halten? So lange ich das Gerät noch nicht selbst ausprobieren kann, muss ich mich auf die bekannten technischen Daten beschränken. Da fällt vor allem auf, dass sich Apple die Farbe Schwarz sehr gut bezahlen lässt. Vorbehaltlich, dass die mir vorliegenden Daten stimmen, zahlt man satte 200 Euro für eine um 20 GByte größere Festplatte und ein schwarzes Gehäuse. So erscheint mir die mittlere Variante in klassischem Apple-Weiß mit 60er Platte und 2,0 GHz für 1.279 Euro die beste Wahl zu sein.

Wer auf Spiele und aufwendige, rechenintensive Grafik verzichten kann, wird die Onboard-Grafik vermutlich kaum spüren, wobei genaueres erst ein Test zu Tage bringen wird. Trotzdem stellt sich die Frage, warum es unbedingt ein Intel-Prozessor sein musste. Ist das vielleicht ein Teil des Abkommens mit Intel? Vermutlich geht es aber einfach nur darum, den Abstand zum deutlich teureren MacBook Pro zu wahren.

Das gilt auch für das Display. Für mich ein echter Schwachpunkt des MacBooks. Ich mag die spiegelnden Dinger einfach nicht. Die Spiegelungen finde ich irritierend. Auf der anderen Seite bieten diese Displays für wenig Geld satte Farben und hohe Kontraste.

Auffallend ist, das der Abstand zum MacBook Pro von Seiten der Ausstattung sehr gering ist. Neben dem Display und dem Grafikprozessor fehlt dem MacBook:

  • ein PC-Card-Slot (ExpressCard/34)
  • das Double-Layer-Brenner
  • die HDMI-Unterstützung für das 30-Zoll-Cinema-Display
  • die Auflösung des Displays (MacBook 1280 x 800 Bildpunkte, MacBook Pro 15-Zoll 1440 x 900, MacBook Pro 17-Zoll 1680 x 1050)
  • der FireWire 800 Anschluss
  • die beleuchtete Tastatur

Alles Features, die sich in den meisten Fällen sicherlich verschmerzen lassen können.

Wer einen kompakten, tragbaren Mac haben will, kommt um den MacBook sowieso nicht herum. Insofern erübrigen sich alle Diskussionen. Das Preis-Leistungsverhältnis zumindest der beiden weissen Modelle scheint jedenfalls gut zu sein. Sowohl die iBooks, als auch das 12-Zoll-PowerBook scheinen einen würdigen und vor allem zeitgemäßen Nachfolger bekommen zu haben.

Update: Optional gibt es auch die Mac-Book-Pro-Modelle mit dem, je nach Betrachtungsweise, glänzenden oder spiegelnden Displays. Die Option „Hochglanzanzeige“ ist kostenfrei.

Preisvergleich: Apple MacBook
Foto: Apple

Published by Michael Hülskötter

Ich bin Blogger, IT-Journalist, (Buch-)Autor, Videotrainer, Content Manager - und das alles in einer Person. Ich gehöre seit 1999 der schreibenden Zunft an, und es macht mir immer noch sehr viel Spaß. Lebe seit 1977 in München und habe drei wundervolle Kinder.

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