Archiv für den Monat: Juni 2011

Was ihr immer schon mal über Apple wissen wolltet, aber noch nie zu fragen gewagt habt

Für 30 Euro kann man dieses wirklich gute und informative Buch kaufen

Für 30 Euro kann man dieses wirklich gute und informative Buch kaufen

Kurz vor dem Ende dieser Woche (ja, ich mache mich morgen auf den Weg nach Rostock zu meiner Nichte, der Abi-Feier wegen) folgt hier eine kleine Buchrezension, deren Veröffentlichung schon seit ein paar Tagen auf meiner ToDo-Liste steht.

Was bekommt man nicht alles für 30 Euro: ein schickes T-Shirt, ein Paar Sandalen, 2-3 DVDs, den iPad-Kamera-USB-Adapter und viele schöne Dinge mehr. Man kann aber auch etwas sehr Analoges und fast schon Old-School-iges tun und für genau diesen Betrag ein Buch kaufen.

Weil beispielsweise ein lieber Mensch Geburtstag hat, der Apple mag. In diesem Fall sei an dieser Stelle eine Neuerscheinung des Addison-Wesley-Buchverlages empfohlen, das einen von Steve Jobs oft verwendeten Kommentar trägt: “One more thing”.

Dieses im Querformat gestaltete und über 400 Seiten umfassende Buch der Kollegin Charlotte Erdmann wurde mit viel Akribie, viel Zeitaufwand und (wie ich zufällig weiß) mit ganz viel Herzblut geschrieben. Was auch wenig überrascht, wenn man Charlottes Biografie ein wenig genauer ansieht. So war sie von 2004 bis 2010 als Chefredakteurin Print und Online bei maclife tätig, und hatte davor sicherlich auch schon mit dem Mac zu tun.

Vor diesem Hintergrund überraschen die fundierten Informationen dieses Apple-Buches nicht wirklich, wobei ich mich immer wieder gefragt habe: “Wo hat sie nur das Alles her?!”. Denn was Charlotte auf über 400 Seiten an apple-relevanten Geschichten, Anekdoten und Infos zusammengetragen und in einem sehr flüssigen und lesbaren Stil niedergeschrieben hat, ist aller Ehren wert. Und die Idee einer durchgehenden “Timeline” mag nicht neu sein, ist aber sehr stringent und hilft obendrein, die Zusammenhänge in einen richtigen Kontext zu bringen.

Einzig die Nummerierung der Zwischenüberschriften resp. Bilder ist ein wenig gewöhnungsbedürftig und stellt am Anfang eine kleine Denksportaufgabe dar.

Fazit: “One more thing” werden Apple-Fans lieben, aber auch Apple-Kritiker können durchaus den Kauf dieses Buches erwägen. Denn nur wenn man den “Feind” kennt, versteht man ihn auch besser. Und für die nächste Studienarbeit oder den geplanten Blogbeitrag über Apple ist dieses Werk ein prima Recherchetool.

Disclaimer: Ja, ich kenne Charlotte und bin für sie als Autor aktiv. Für diesen Beitrag sind allerdings keine größeren oder kleinen Geldbeträge geflossen. Es ist einfach ein gutes Buch. Punkt.

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Das iPad als digitales Tonstudio – Tipps & Tricks

Ja, zugegeben, die Ankündigung des dritten Teils meiner Miniserie “Das iPad als digitales Tonstudio” liegt schon eine Weile zurück. Zunächst kam eine ausführliche Rückschau der WWDC-Keynote dazwischen, dann Pfingsten, dann mehr Arbeit als geplant. Aber heute ist es soweit: ich präsentiere feierlich die wichtigsten Tipps & Tricks, die euch ein wenig dabei helfen sollen, noch mehr aus dem iPad als Tonstudio herauszuholen. Na, dann viel Spaß dabei!

Vor der ersten Aufnahme sollte man die Anzahl der Takte auf "Automatisch" setzen

Vor der ersten Aufnahme sollte man die Anzahl der Takte auf "Automatisch" setzen

Vor der Aufnahme: Als vorbereitende Maßnahme sollte man als erstes die Anzahl der aufzunehmenden Takte anpassen, die standardmäßig auf acht voreingestellt sind. Das ist natürlich viel zu kurz für ein kompletettes Musikstück. Tippt hierzu auf das Puzzle-Symbol in der linken oberen Ecke, tippt auf “Abschnitt A” und stellt auf “Automatisch” um. Dann könnt ihr eine beliebig lange Aufnahme generieren.

Während der Aufnahme: Sobald die Gitarrenbegleitung der ersten Strophe aufgenommen wurde, kann man diese duplizieren und sich damit viel Aufnahmeaufwand sparen. Hierzu muss man lediglich die Tonspur zweimal antippen, so dass die verfügbaren Funktionen aufpoppen. Das sind “Ausschneiden”, “Kopieren”, “Löschen”, “Loop”, “Teilen”. Ein Fingertipp auf “Loop”, und die Aufnahme existiert zweimal. Um aus dieser duplizierten Aufnahme zwei zu machen, tippt ihr nochmals doppelt auf die Tonspur, tippt auf “Teilen”, bewegt das Scherensymbol an die zu teilende Stelle und zieht es nach unten. Voilà, nun liegen zwei Audioschnipsel vor, die ihr später beliebig innerhalb der Aufnahme platzieren könnte. Dies betrifft den Refrain einens Musikstücks natürlich genauso.

Mithilfe des Scherensymbols könnt ihr Aufnahmen beliebig trennen und neue arrangieren

Mithilfe des Scherensymbols könnt ihr Aufnahmen beliebig trennen und neue arrangieren

Aufnahmetipp: Damit ihr euch während selber gut hören könnt, solltet ihr einen Kopfhörer verwenden und zudem den Masterpegel (der Lautstärkeregler neben dem Aufnahmeknopf) möglichst hoch einstellen. Vergesst aber nicht, diesen während des Anhörens der Aufnahme wieder herunterzuregeln…

Nach der Aufnahme: Sobald die komplette Aufnahme in der Rohversion vorliegt, geht es ans “Puzzeln”. Soll heißen, dass ihr das unfertige Musikstück in eine fertige Aufnahme umwandelt. Hierzu platziert ihr die einzelnen Abschnitte an die richtigen Stellen, fügt die Refrain richtig ein und setzt den Schlussclip ans Ende der Aufnahme. Dies gelingt übrigens durch Antippen des jeweiligen Abschnitts am Rand, der sich gelb einfärbt, was signalisiert, dass ihr ihn bewegen könnte. Ach ja: falls as komplette Musikstück nicht auf die Garageband-Anzeige passt, könnte ihr mit der Pinch-Geste (Zeigefinger und Daumen zusammenziehen) herauszoomen.

Ihr wollte eurem Musikstück noch ein wenig Hall oder Echo verpassen? Geht mit Garageband fürs iPad auch.

Ihr wollte eurem Musikstück noch ein wenig Hall oder Echo verpassen? Geht mit Garageband fürs iPad auch.

Darüber hinaus könnt ihr eurem fertigen Musikstück ein wenig Hall und Echo verpassen. Tippt hierzu auf das Mischpultsymbol in der rechten, oberen Ecke (“Audio Recorder”) und stellt entweder Hall und Echo für die jeweilige Spur manuell ein oder wählt eine der voreingestellten Settings aus, die sich auf die gesamte Aufnahme auswirken.

Was fehlt? Nun, leider sieht die iPad-Version von Garageband kein Fade-In-/Out-Effekt vor, sodass man das Liedende nicht manipulieren kann. Passt daher beim Schlussclip gut auf und lasst das Musikstück langsam ausklingen – oder entscheidet euch für ein abruptes Ende, was ja auch seinen Reiz haben kann. Das Einzige, was ihr machen könnt, ist ein Beschneiden des Anfangs oder Endes eines Musikclips, indem ihr das vordere oder hintere Ende desselben mit dem Finger festhaltet und nach links resp. rechts bewegt, was den Anfang oder das Ende verkürzt.

Und sonst? Falls ihr den Aufwand mit zwei separaten Aufnahmespuren für Gesang und Gitarre zu hoch empfindet, gibt es auch einen bequemeren und einfacheren Weg. Hierzu braucht ihr aber einen Mikroständer, auf dem ihr das Mikro montiert und einen Gitarrengurt. Wenn ihr dann nämlich die Aufnahme im Stehen einspielt, funkttioniet das auch mit einer einzigen Spur. Achtet aber darauf, dass ihr das Mikro genau in der richtigen Höhe vor euch platziert, also am besten Kehlkopfhöhe. Das ergibt eine gute Mischung zwischen Gesangs- und Instrumentenlautstärke. Aber da hilft eigentlich nur ein wenig experimentieren…

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Lion, iOS 5 und iCloud: das war die WWDC-Keynote (Teil 3)

Mit iCloud gelangen Bilder, Musik, Dokumente und andere Daten automatisch auf allen verbunden Geräten

Mit iCloud gelangen Bilder, Musik, Dokumente und andere Daten automatisch auf allen verbundenen Geräten

Folge 1 und Teil 2 des großen WWDC-2011-Keynote-Rückblicks sind ja bereits online, daher folgt heute die dritte und letzte Folge meiner Apple-Trilogie. Thema: iCloud.

Zunächst muss ich erst mal loswerden, dass ich doch sehr hoffe, dass Apple allen MobileMe-Mitgliedern in Sachen Jahresbeitrag entsprechend entgegenkommt. Realtime-Update: Wie ich gerade in meinem MobileMe-Account entdeckt habe, hat Apple wegen iCloud sämtliche Konten bis zum 30. Juni 2012 verlängert. Ich bin also schon ganz still…

Der iCloud-Service wird wohl wieder einmal das Thema Cloud Computing in Schwung bringen. Denn was sich Apple da ausgedacht hat (und laut Steve Jobs haben sie das schon ziemlich lange getan), könnte mal wieder eine ganze Technik “revolutionieren”. Vorausgesetzt, es funktioniert dieses Mal besser als seinerzeit bei der Umstellung von .Mac auf MobileMe Mitte 2008. Damals hat sich Apple sogar für die Schwierigkeiten mit dem damals neuen Cloud-Service bei seinen Kunden entschuldigt. Das wollen sie im iCloud-Falle sicherlich um jeden Preis vermeiden.

iCloud setzt sich aus diversen Einzeldiensten zusammen, die allesamt ein Ziel haben sollen: die automatisierte Synchronisation von Bildern, Musikstücken, Dokumenten, Apps, Büchern, Daten, Kontakten, Terminen und E-Mails. Im Einzelnen sieht das wie folgt aus:

Per iCloud gelangen via iTunes gekaufte Musikstücke automatisch auf anderen iCloud-aktivierten Geräten

Per iCloud werden via iTunes gekaufte Musikstücke automatisch auf andere iCloud-aktivierte Geräte übertragen

Musik: Neue Musikstücke, die man über iTunes kauft, landen automatisch auf sämtlichen Geräten, die man für iCloud freigeschaltet hat. Eine manuelle Synchronisation oder inkonsistente Musikbibliotheken sind damit obsolet. Und ältere, bereits gekaufte Songs landen per Mausklick oder Fingertipp auf allen Geräten, auf denen man sie haben will. Dies geschieht mithilfe der Einkaufshistorie. Das klappt übrigens bereits, sofern man iTunes 10.3 auf seinem Rechner installiert hat.

Und was ist mit der selbst erstellten, also gerippten Musik auf seinem Computer? Nun, hierfür bietet Apple einen Zusatzdienst an, der sich iTunes Match nennt, der 25 Dollar pro Jahr kosten soll (der Euro-Preis steht noch nicht fest) und der eine Datenbank mit 18 Millionen Musikstücken bietet, mit deren Hilfe man seine Musikbibliothek aktualisieren kann, egal, wie groß diese ist. Die Match-Stücke liegen dann im 256-KBit-Format vor. Coole Sache, oder?!

Bilder: Mit dem Fotostream stehen die letzten 1.000 geschossenen Bilder in der Cloud zur Verfügung – egal, ob die Fotos mit dem iPhone oder iPad 2 geschossen wurden (dies funktioniert allerdings nur per Wifi). Da die Schnappschüsse aber auch auf dem Mac in iPhoto landen, stellt diese 1.000-Bilder-Begrenzung kaum eine Begrenzung dar, da man sich aus dem Fotostream ohnehin nur die schönsten Fotos aussucht. Und auf Appe TV stehen die Bilder via Fotostream ebenfalls zur Verfügung.

Dank der iCloud-Docs-Funktion beginnt man auf dem Mac mit einem Brief, der sich dann nahtlos auf dem iPad zu Ende schreiben lässt

Dank der iCloud-Docs-Funktion beginnt man auf dem Mac mit einem Brief, der sich dann nahtlos auf dem iPad zu Ende schreiben lässt

Dokumente: Ich hab ja eine Zeit lang mit Google Docs gearbeitet, aber eine mobile Anbindung an die Cloud kann ich dort bis heute nicht finden. Anders bei iCloud: man schreibt beispielsweise auf dem iPad mit Pages einen Brief und speichert diesen. Im selben Moment wird via iCloud eine Kopie des Dokuments auf dem iPhone und dem Mac abgelegt. Will man dann unterwegs den Brief weiterschreiben, ist das übergangslos möglich. Ist es das, was man “Seamless Computing” nennt?

Momentan würde das cloud-basierte Speichern von Dokumenten nur mit den iWorks-Apps funktionieren – also mit Pages, Numbers und Keynote -, aber dank neuer Apple-Tools können Entwickler die passenden Schnittstellen in ihre eigenen Apps einbauen, so dass weitere Anwendungen die iCloud-Docs-Funktionalität nutzen können. Und Backups geschehen in Zukunft ebenfalls via Cloud – und zwar inkrementell, der zu übertragenden Datenmengen zuliebe.

Einkäufe: Wie bei gekaufter Musik, gelangen auch Apps und Bücher automatisch auf sämtlichen Geräten, die iCloud-kompatibel und -aktiviert sind. Und das nachträgliche Übertragen bereits gekaufter Programme und Bücher geschieht ebenfalls per Mausklick oder Fingertipp auf das Wolkesymbol.

Und sonst? Nun, wie bereits unter MobileMe bekannt, lassen sich via iCloud sämtliche Kontakte, Termine und E-Mails synchron halten. Darüber hinaus lassen sich Kalendereinträge mit anderen teilen – man bekommt also gleich noch ein Groupware-Tool dazu. Und kosten wird das Ganze übrigens nix, und das trotz 5 GByte freien Speichers (und zwar ohne die Daten von Fotostream, Apps, Musik und Bücher). Wenn das nix ist…

Mehr Infos rund um iCloud gibt es natürlich auch bei Apple selbst.

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Lion, iOS 5 und iCloud: das war die WWDC-Keynote (Teil 2)

Mit iOS 5 stehen laut Apple über 200 neue Features auf iPhone, iPad und iPod touch zur Verfügung

Mit iOS 5 stehen laut Apple über 200 neue Features auf iPhone, iPad und iPod touch zur Verfügung

Gestern habe ich mit meiner Miniserie zu Steve Jobs’ WWDC-Keynote angefangen. Der erste Teil beschäftigt sich hauptsächlich mit ein paar netten Features, die Apple in sein ab Juli verfügbares Betriebssystem-Update OS X 10.7 “Lion” packen wird. Und heute? Heute geht es vornehmlich um das nächste Mobile-Major-Release von Apple, namentlich iOS 5. Na, denn mal los!

Benachrichtigungen: Der meist genannte Kommentar während der iOS 5-/Notification-Vorstellung lautete “Das sieht ja aus wie bei Android!”. Und fürwahr, die neue Benachrichtigungsfunktion kommt verdammt nah ran an das mobile Google-OS. Na, wie auch immer, ist es ziemlich praktisch, seine sämtlichen Nachrichten, Termine, Anrufe, etc. direkt auf dem Display angezeigt zu bekommen. Und wem das nicht reicht, der kann sich seine Benachrichtigungen per Swipe auf dem Lockscreen ansehen – und Voicemails sogar direkt von dort aus anhören. Das kann Android übrigens nicht!

Mit iMessage hat man alle Nachrichten, Anrufe, Termine, etc. stets im Blick

Mit iMessage hat man alle Nachrichten, Anrufe, Termine, etc. stets im Blick

iMessage: Erst gestern habe ich auf dem eeBusiness-Blog, für das ich regelmäßig schreibe, den Versuch Apples gelobt, mit iMessage Unified Messaging ein wenig näher an den Massenmarkt heranzubringen. Also werde ich das hier auch tun, wenngleich dieser Versuch (noch) nicht zu Ende gedacht ist. Zwar lassen sich One2One- und One2Many-Chats führen, dieselben mit Videos und Bildern garnieren, Kontaktdaten austauschen, etc., aber eine Integration von Social-Media-Diensten findet leider nicht statt. Dabei wäre das eine echte Killer-App auf iPhone und iPad. Schön ist allerdings die Tatsache, dass ich meine Unterhaltungen mit anderen auf dem iPhone starten und übergangslos auf dem iPad fortsetzen kann.

Newsstand: Dieser “Zeitschriften-Ständer” ähnelt sehr der iBooks-App und erlaubt das übersichtliche Verwalten und Abonnieren von Zeitungen und Zeitschriften. Na, ob die Verlagsbranche dieses Mal die Möglichkeiten von “Paid Content” über den Newsstand-Kanal versteht und wahrnimmt?!

Reminders: Ich habe auf meinem iPhone eine App, die nennt sich Zenbe Lists. Die Macher dieser mobilen Anwendung werden am Montag während Steves Keynote sicherlich dicke Tränen verdrückt haben, als sie Reminders entdeckten. Denn damit ist ihre eigene App obsolet und Apple hat einen Fan weniger. Ansonsten bleibt festzuhalten, dass es das Listen- und ToDo-Tool unter iOS 5 in je einer iPad- und iPhone-Variante geben wird und das es unter anderem Benachrichtigungen aufs Display schicken kann.

Twitter: Das ist nur logisch und konsequent: Mit iOS 5 wird der Social-Media-Dienst Twitter auf iPhone und iPad standardmäßig zur Verfügung stehen. Hierzu muss man lediglich innerhalb der OS-Einstellungen seine Twitter-Daten eintragen, und los geht’s. Und nicht nur das: Neben der bekannten Twitter-App, mit der man all seine Tweets in die Welt pusten kann, erfahren die iOS-Apps Kamera, Safari, Youtube und Maps ebenfalls eine Twitter-Anbindung. Ein geiles Bild geschossen, das sofort via Twitter allen Followern gezeigt werden soll? Geht. Eine schicke Webseite gefunden und alle per Twitter  daran teilhaben lassen? Geht auch. Und den aktuellen Aufenthaltsort per Google Maps via Direktnachricht bekannt geben? Klar.

Mit den neuen Foto-Editier-Funktionen von iOS 5 sagen Apps wie Hipstamatic leise "Servus"

Mit den neuen Foto-Editier-Funktionen von iOS 5 sagen Apps wie Hipstamatic leise "Servus"

Neue Kamera-und Bildbearbeitungs-Features: Was für Zenbe Lists gilt, trifft auf Kamera-Apps wie Camera+ und all die anderen genauso zu: sie werden obsolet. Denn Apple bohrt mit dem Erscheinen von iOS 5 seine Kamera-und Foto-Tools gewaltig auf, was viele Software-Entwickler sicherlich nicht gutheißen werden.

Zu den wesentlichen Features gehören: Autofokus und automatische Helligkeit, Gitternetz für besser komponierte Aufnahmen, Zoom per “Pinching”, Verbesserung des Bildes (automatisch/manuell, rote Augen entfernen, etc.), Beschneiden und Drehen, etc. Und bei Windows Phone 7 hat Apple ebenfalls ein wenig abgekupfert: für den spontanen Schnappschuss gibt es auf dem Lockscreen einen Auslöseknopf, mit dem man sofort ein Bild schießen kann. Und einen Hardware-Auslöser in Form der Lautstärketaste gibt es mit iOS 5 auch.

Safari: Und schon wieder das Thema “Copycat”! Neben bereits bekannten Features wie “Tabbed Browsing” und Safari Reader für das Lesen einzelner Internet-Artikel ohne das ganze Gesumse drumherum, hat sich Apple auch einen Offline-Reader für seine mobile Variante von Safari “ausgedacht”. Neu?! Nö, nicht wirklich. Fragt mal die Jungs und Mädels von Instapaper und Read it Later, was sie davon halten. Obwohl, der Kopf hinter Instapaper findet’s eher gar nicht so schlimm.

Mac-unabhängiges Aktivieren, Speichern und Updaten: Klar, dass Apple schon seit Jahr und Tag das kabellose Arbeiten propagiert und konsequent durchzieht, ist nichts Neues. Aber dass man in Zukunft für das Aktivieren der mobilen Apple-Geräte und das Speichern seiner Daten gar keinen Rechner mehr braucht, überrascht schon ein wenig. Obwohl: für das Lion-Update braucht man schon noch einen Apple-Rechner, auf dem der Mac App Store installiert ist. Sorry, Apple, doch nicht ganz mac-los, euer Konzept. Ansonsten kommen sogar die künftigen iOS-Updates durch den Äther auf das Geräte geflogen, und das per “Delta Update”. Es kommt also nur noch aufs iPhone oder iPad, was sich ändert. Das reduziert die Updates auf ein paar Megabyte – oder so.

Mit Airplay gelangt der iPad-Inhalt via Apple TV drahtlos auf den HD-Fernseher

Mit Airplay gelangt der iPad-Inhalt via Apple TV drahtlos auf den HD-Fernseher

Und sonst?! Nun, Mail erfährt ein paar Neuerungen wie das Formatieren von Text oder das cloud-basierte Verwalten eines einzigen Mail-Accounts auf allen mobilen Apple-Geräten (obwohl, dass geht mit MobileMe auch schon). Und der Kalender kann endlich ein komplettes Jahr anzeigen, zumindest auf dem iPad. Schick ist auch die Möglichkeit, mit iOS 5 und Apple TV den Bildschirminhalt eines iPad auf den Fernseher zu übertragen – für Diashows, Präsentationen, Filme und vieles mehr.

Aber am Allercoolsten ist das Features, das ich mir für den Schluss aufgehoben haben: drahtloses Synchronisieren! Ok, jetzt werden alle Zune-Anwender die Augenbrauen hochziehen und sagen “Wieso, das können wir doch schon lange!”. Mag sein, aber es ist einfach eine der Funktionen, auf die ich schon so lange warte. Danke, Apple!

So, und damit die ganze Sache komplett wird, werde ich morgen über all die Dinge bloggen, die sich hinter dem künftigen Apple-Dienst iCloud verbergen. Denn dann ergeben viele der gerade vorgestellten Dinge erst einen Sinn. Und wer bis dahin sich die Zeit ein wenig vertreiben will, dem sei Steves Keynote in Videoform empfohlen.

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Lion, iOS 5 und iCloud: das war die WWDC-Keynote (Teil 1)

"Lion", das ist die interne Bezeichnung des nächsten Apple-Betriebssystems und nennt sich offiziell OS X 10.7

"Lion", das ist die interne Bezeichnung des nächsten Apple-Betriebssystems und nennt sich offiziell OS X 10.7

Mann, war das gestern eine Aufregung in der Twitter-, Blogo- Sonstwo-Sphäre! Alle waren sie ganz aufgeregt wegen der anstehenden WWDC-Keynote vom Meister höchstpersönlich. Und ja, es hatte wie immer etwas Messias-haftes, als Steve Jobs da so ganz alleine im schwarzen Pulli und hellblauer Jeans auf die Bühne kam. Dünn sah er aus! Und nicht wirklich gesund, aber das soll jetzt nicht das Thema sein…

Drei Dinge waren im Vorfeld erwartet worden, über die Mister Jobs reden würde, und (fast) genauso ist es gekommen. Es ging um die bevorstehende OS-Version 10.7, die unter dem Codenamen “Lion” bekannt ist, um die nächste Mobile-OS-Variante iOS 5 und um den Nachfolgedienst von MobileMe, iCloud. Wobei “Nachfolgedienst” der Sache nicht ganz gerecht wird. Aber eins nach dem anderen. Heute beginne ich mit OS X 10.7, morgen ist dann iOS 5 dran und am Donnerstag ist dann iCloud-Day. Das würde ansonsten alles viel zu viel auf einmal…

Mehr als 250 neue Features will Apple in OS X 10.7 eingebaut haben. Klar, dass ich hier nicht alle aufzählen werde, aber so ein paar persönliche Highlights habe ich schon ausgemacht:

AirDrop: Auf den diesjährigen M-Days habe ich solch ein App zum ersten Mal höchstpersönlich gesehen: Daten lassen sich einfach durch die Luft verschicken und so mit anderen direkt und auf der Stelle austauschen. Allerdings befand sich in jenem Fall eine ausgeklügelte Servertechnik dahinter. AirDrop nutzt einfach eine Peer-to-Peer-Verbindung zwischen zwei Lion-Macs, die vermutlich auf Bonjour basiert und einen sicheren, automatischen Datenaustausch garantiert. Sehr cool!

Auto Save: Ja doch, andere Firmen bieten das schon länger an, aber trotzdem ist das automatische Sichern – und zwar im Hintergrund – eine prima Sache. Zudem erlaubt die neue Funktion das Duplizieren und Sperren von Dokumenten.

Elektronische OS-Verteilung: Adieu, du lieb gewonnene DVD! Denn Apple hat sich gegen dich entschieden und bietet mit dem Erscheinen von “Lion” die voll-digitale OS-Installation an. Dies geschieht natürlich über den Apple-eigenen Mac Apps Store und wird bei der allerersten Installation ein wenig dauern, denn 4 GByte saugt man nicht einfach mal so auf den Rechner. Danach wird’s aber easy, da Apple “Delta Updates” vorsieht, was nichts anderes bedeutet, als dass die nächsten Minor Releases nur ein paar hundert MByte groß sein werden, da man nur noch die Verbesserungen, Fehlerbehebungen und neuen Features aus dem Mac App Store lädt und auf dem Rechner installiert.

Full-Screen-Apps: Klingt erst mal nicht besonders revolutionär, ist aber für den täglichen Einsatz mit den Lieblingsanwendungen bestimmt sehr hilfreich. Zudem bleiben die Full-Screen-Apps auch im Full-Screen-Modus, wenn sie in den Hintergrund verschwinden, und per Swipe-Geste kann man zwischen den einzelnen Apps hin- und herwechseln.

Mail-Client: Der Lion-Mail-Client sieht dem iPad-Mail-Client verdammt ähnlich, und auch die neuen Funktionen wie “Conversations” kommen dem iOS-Client immer näher. Ist das die in der Vergangenheit angekündigter Verschmelzung von iOS und OS X?! Ist ein wenig dürftig und klang seinerzeit nach mehr!

Mit Mission Control führt Apple Exposé und Spaces zusammen - für noch mehr Übersicht

Mit Mission Control führt Apple Exposé und Spaces zusammen - für noch mehr Übersicht

Mission Control: Diese neue Funktion ist im Grunde nichts anderes als die überfällige Vereinigung von Exposé und Spaces. Mit einer Handbewegung kommen alle offenen Apps, virtuellen Arbeitsbereiche und das Dashboard zum Vorschein, was sich bestimmt positiv auf das effiziente Arbeiten mit dem Mac auswirken wird.

QuickTime Player: Ein paar kleinere Verbesserungen gibt es auch hier, die ganz nützlich scheinen. So lassen sich einzelne Fenster für Webcasts aufzeichnen, Mausklicks werden hervorgehoben und selbst erstellte Videos können direkt auf Vimeo, Flickr und Facebook veröffentlicht werden.

Neustart von Apps und OS X: In beiden Fällen wird exakt der Zustand wieder hergestellt, in dem man eine Anwendung oder das System verlassen hat. Auch das ist sehr praktisch.

Safari: In Apples Webbrowser werden sich auch einige Dinge ändern. Dazu gehören verschiedene neue Gesten, mit denen man zoomen kann. Aber auch Media-Caching für Offline-Inhalte bietet Safari “Lion”, sowie eine Leseliste, mit der sich Webseiten-Inhalte sichern und später offline lesen lassen.

Vereinfachte Windows-2-Mac-Migration: Sehr pfiffig, Mister Jobs! Wenn man von Windows auf einen Mac wechseln will, gelangen alle Dokumente, Kontakte, Termine und E-Mail-Accounts in der richtigen OS-X-Anwendung. Und selbst Bilder, die in Picasa gespeichert werden, gelangen auf diesem Weg wie von Zauberhand in iPhoto.

Und zu guter Letzt: OS X 10.7 “Lion” gibt es ab Juli 2011 direkt im Mac App Store für schlappe 24 Euro. Das ist der beste Preis, den Apple jemals für ein Update kalkuliert hat! Und morgen geht’s hier weiter mit iOS 5…

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