Den Jetlag haben wir erfolgreich überlistet, und jetzt sitzen wir hier und sollen ein Fazit unserer Reise ins ferne San Francisco niederschreiben. Um darüber zu berichten, was gut war, was uns besonders gefallen hat, was auffällig war, was nicht, und was wir alles verpasst haben.
Zunächst einmal: San Francisco ist eine wirklich tolle Stadt. Für mich war es ja schon das vierte Mal in der Bay Area, für den Kollegen Littges hingegen war es eine Premiere. Und gar keine schlechte, so viel steht fest. Wir haben aber auch eine ganze Menge erlebt in diesen knapp sechs Tagen: den Pazifik bei strahlendem Sonnenschein nebst der am Pier 39 lebenden Seelöwen, die sich dort Bauch und Rücken von der Sonne wärmen ließen. Natürlich durfte auch die obligatorische Cable-Car-Fahrt nicht fehlen so wie der Einkaufsbummel in einem der großen Zentren der Stadt (wobei es eher ein Bummel ohne Einkauf war).
Aber wir waren ja nicht nur zum Spaß da, und aus diesem Grund hieß es am Montag, den 15. Januar 2008: früh aufstehen und nix wie hin zum Moscone Center West, wo seine Begehrlichkeit Sir Steve Jobs den Apple-Jüngern dieses Planeten wieder mal die Messe lesen würde. Das ganze Drumherum – Menschenmassen, hysterische Sprints in Richtung beste Plätze, groupie-haftes Gekreische bei jedem zweiten Satz – hatte schon etwas Aufregendes. Die Keynote des Meisters war hingegen nur bedingt elektrisierend, zu uninspiriert wirkte Jobs. Wen wundert‘s: Im Vergleich zu 2006 (Intel-Prozessoren) und 2007 (iPhone) mutet das MacBook Air wie ein Ladenhüter an, bevor es überhaupt schon in den Regalen liegt. Obwohl es sehr schmuck ist!
Die Keynote hat uns trotzdem viel Spaß gemacht, alleine schon wegen unserer Berichterstattung, wegen unserer vielen schönen Bilder und unseren ausführlichen Berichten, die wir für Sie produziert haben. Aber neben der aufwändigen Apple-Beiträge kamen weitere Highlights der Macworld Expo nicht zu kurz, wenngleich wir sehr gerne noch viel mehr gemacht hätten. Aber auch in San Francisco haben die Tage leider nur 24 Stunden. Und so haben sich unsere Highlights auf folgende Aussteller konzentriert (in alphabetischer Reihenfolge, damit sich keiner benachteiligt fühlt):
Apple Keynote mit Steve Jobs: Guru und Vordenker aus Cupertino stellte zahlreiche Neuheiten vor wie MacBook Air, Time Capsule, Tunes Filmverleih und das Firmware-Update 1.1.3 für das iPhone. Und selbst alten Wein in neuen Schläuchen aka Apple TV, das man unbedingt am Leben erhalten will, hatte Mister Jobs im Programm. Wer seine enthusiastische iPhone-Keynote im letzten Jahr erlebt hat, weiß, wie farblos die Keynote 2008 war.
modbook von Axiotron: Lange hat er auf sich warten lassen, der Tablet-Mac mit Handschrifterkennung und berührungsempfindlichen TFT-Display. Billig ist solch ein Gerät natürlich nicht, aber sehr intuitiv in der Bedienung. Ich weiß wovon ich rede: ich nenne einen Tablet-PC von HP mein Eigen, und der funktioniert richtig gut.
EyeTV 3.0 von Elgato: Runderneuertes Aussehen (wie Apple Finder), neue Funktionen (intelligente Aufnahmeskripte) und verschönerte Oberfläche (halbtransparent in coolem Design) sind nur drei der bemerkenswerten Eigenschaften der neuen TV-Software. Dafür bekam Elgato zwar keinen Preis, den heimsten sie aber für den Turbo.264 ein, der auch in San Francisco zu sehen war.
TubeToGo von Equinux: Seine Lieblingssendung von unterwegs aus via Internet für die Aufnahmen programmieren? Und dann auch noch vom Hotelzimmer aus am iPhone ansehen? Klingt nach Science Fiction? Ist es aber nicht, sondern nur die neue Funktion der TV-Software Tube 2, die in Zukunft sämtlichen Fernsehempfängern von Equinux der Marke The Tube beiliegen soll. Tube 2 ist komplett in Cocoa programmiert, womit sich schöne neue Features auf Systemebene ergeben. TubeToGo wurde in SF übrigens auch prämiert.
Fone2Phone von nova media: Dieses kleine Tool überträgt via Bluetooth vom alten Handy die Daten in iCal und Apple Adressbuch, um Termine und Kontaktdaten im richtigen Format aufs iPhone synchronisieren zu können. Dafür erhielt die Software ebenfalls einen MWSF08-Preis.
Office 2008 für den Mac von Microsoft: Texte schreiben, Tabellen erstellen und Präsentationen vorbereiten gehören nicht unbedingt zu den Lieblingstätigkeiten vieler Leute. Aber mit Office 2008 für Mac dürfte sich das ab dem 13. Februar 2008 schlagartig ändern. Denn mit neuen Funktionen und neuen Vorlagen erscheint trockene Büroarbeit im neuen Glanz.
Bildbetrachtung am Monitor in einer neuen Dimension: gekrümmtes DLP-Display von NEC42-Zoll-Display von NEC: Normal ist solch ein Riesenmonitor wie der von NEC nicht: Gekrümmtes Design, riesige Sichtfläche, extrem kurze Reaktionszeit und ein Preis, der nicht von schlechten Eltern ist. Dafür hat man nur noch einen Monitor auf dem Schreibtisch stehen und nicht mehr zwei oder drei. Ein echtes Profigerät, das sich allerdings auch für Flugsimulationen eignen dürfte.
Merlin 2.5 von ProjectWizards: CEO und Geschäftsführer der deutschen Firma ProjectWizards war vom Andrang an seinem Stand ob des Interesses an Merlin 2.5 derart begeistert, dass er noch vor Ort den Stand mit vergrößerter Kapazität für die MWSF09 gebucht hat. Seine Projektmanagement-Software hat aber auch eine Menge zu bieten; da macht Projektarbeit wieder richtig Spaß.
Ladybug von Vestalife: Aufgeklappt sieht diese iPod-Musikkugel aus wie ein kleiner Käfer, soll vor allem Teenager ansprechen und klingt auch ein wenig so: Zu schade für Hi-Fi-verwöhnte Ohren, aber gerade passend für den Schüler-Geldbeutel. Für die Beschallung zwischendurch ist Ladybug aber kein schlechtes Teil.
Doch nicht alles war so umwerfend: Die iPhone-Tasche PRIE Ambassador SideHook für das iPhone haben wir ausprobiert. Fazit: Zu lieblos und zu schlecht verarbeitetet. Und das zu einem Preis von über 50 Dollar. Das war ohnehin eines der zentralen Themen der diesjährigen Macworld Expo 2008: Taschen. Ob für den iPod touch, das iPhone oder das MacBook – so weit das Auge reichte, waren Schutz- und Trage-Utensilien jeglicher Couleur zu sehen. Wer das alles braucht, ist allerdings fraglich.
Und unser Fazit? Positiv, sehr positiv! Denn im Vergleich zur Maclive Expo 2007 in Köln handelte es sich beim kalifornischen Pendant um eine echte Mac-Messe mit überfüllten Hallen, mit einem riesigen Apple-Stand, mit überglücklichen Ausstellern und zwei Reportern, die leider nicht alles sehen und nicht über alles für Sie berichten konnten. Aber im nächsten Jahr, da sind wir auf jeden Fall wieder dabei. Versprochen!